…als ich das erste Mal aufgewacht bin. Obwohl ich am Tag davor fast 24 Stunden am Stück wach war, konnte ich nicht mehr schlafen, Jet-Lag sei Dank! Die Temperaturanzeige auf meinem Wecker hat gesagt, dass es in unserem Hostel-Zimmer 29,6°C hatte (so warm ist es nicht mal tagsüber in Deutschland
).
Die ersten paar Tage in Mexiko sind jetzt um, und es gibt schon eine Menge zu erzählen. Wir sind vorgestern in unsere gemeinsame Wohnung eingezogen. „Wir“, das sind Sarina, Konrad, ich und unser Mexikaner Alejandro, den ich schon zuvor im Internet kennengelernt habe. Auch er macht ein Austauschsemester in Monterrey. Austausch innerhalb des Landes ist in Mexiko sehr gängig, denn das Land ist sehr groß und viele Mexikaner haben ihre Heimat noch nie in ihrem Leben verlassen (so auch Ale).
Die Taxifahrer versuchen die Ausländer immer übers Ohr zu hauen, wir haben zum Beispiel vom Flughafen zum Hostel, etwa 20 Minuten Fahrt, 500 MXN gezahlt, das sind 25 €. Klar, wer gerade eine lange Reise hinter sich hat und so schnell wie möglich in sein Bett will, mit dem kann man so was machen. Wir haben jedenfalls festgestellt, dass man unter normalen Umständen für die gleiche Strecke nur 80 MXN zahlt, also 4 €. Vom Supermarkt zu unserer Wohnung (zu Fuß 5 Minuten) zahlt man etwa 12 MXN.
Unsere Wohnung befindet sich im 3. Stock eines großen Hauses, zu Fuß etwa 10 Minuten entfernt von der Uni. Direkt über uns haben wir eine riesen Dachterrasse mit Grill und Waschbecken, gestern Abend haben wir unsere Stühle nach oben getragen und haben uns unter den Sternenhimmel gesetzt.
Wir haben 3 Schlafzimmer: die Jungs teilen sich ein Zimmer, ich habe beim Münzewerfen gegen Sarina das größere Zimmer mit Bad bekommen, aber das Bad teilen wir uns natürlich zu zweit, die Jungs haben ihr eigenes. Dann haben wir noch ein Waschzimmer mit Waschmaschine und Trockner, eine sehr gut ausgestattete Küche mit großem, ausziehbaren Tisch und 6 Stühlen, und ein Wohnzimmer mit Couchtisch, Sofa, Schreibtisch, Fernseher – und xbox, die hat Ale mitgebracht
In jedem Zimmer, auch in den Bädern, gibt es Deckenventilatoren und eine Klimaanlage, außerdem Mosquito-Netze vor den Fenstern. Wir fühlen uns hier pudelwohl, vor allem nach den anderen Häusern („Löcher“ passt wohl eher), die wir vorher besichtigt haben. Hier fühlen wir uns sicher, denn wir haben eine Pforte mit 24 Stunden Überwachung und hier kommt niemand rein, der nicht rein darf. Es ist alles sehr modern hier und in den anderen Häusern hier im Gebiet wohnen sehr viele Studenten. Irgendwann demnächst machen wir eine Party auf der Dachterrasse, natürlich gibt’s nur deutsches Essen für die Mexikaner.
Das einzige Problem ist unser Internet. Wir haben zwar ein Paket mit Internet und Festnetz für ein paar Euro im Monat, allerdings ist unser Internet so langsam, dass spätestens ab dem 2. Laptop, der gerade im Netz ist, gar nichts mehr funktioniert. Wir haben schon die schnellste Verbindung, die es bei unserem Anbieter gibt (grandiose 1 MB/s. Zum Vergleich: daheim haben wir 16). Wir überlegen jetzt, ob wir unsere Vermieterin fragen, ob wir den Anbieter wechseln können.
5 Minuten zu Fuß entfernt gibt es ein großes Einkaufszentrum, fast so wie Cora, also mit wirklich großem Supermarkt, in dem man wirklich ALLES kaufen kann, und außenrum im gleichen Gebäude viele kleine „tiendas“, also kleine Geschäfte. Wir haben uns noch ein paar Möbel gekauft, weil uns etwas Stauraum für Bücher fehlte, ein Regal kostet hier umgerechnet nur 20 €. Hier ist alles so billig, das kann man sich gar nicht vorstellen: Ananas 15 MXN (derzeit steht der Euro bei ca. 18 MXN), süße Stückchen beim Bäcker sogar nur 3 MXN (das kann ich im Kopf gar nicht mehr in Euro umrechnen
), 10 Liter Wasser 20 MXN… Wir haben jetzt 3 Mal eingekauft, haben insgesamt etwa 16 volle Tüten gekauft und haben nur 225 € dafür gezahlt (Möbel, neues Geschirr und Besteck, „teure“ Sachen wie Putz- und Lebensmittel wie Öl und Fleisch inklusive). Wer nach Mexiko kommt, sollte auf jeden Fall sehr viel Obst essen, denn im Gegensatz zu Deutschland wird Obst und Gemüse hier reif geerntet und schmeckt viel süßer, saftiger und aromatischer (ich will gar nicht von der Mango und der Papaya erzählen, die ich jeden Morgen zum Frühstück esse…).
Gestern waren wir das erste Mal im Zentrum von Monterrey (wir wohnen in Santa Catarina, die Uni ist in San Pedro). Mit dem Bus zahlt man als Student nur 5,50 MXN (30 Cent) und fährt dann etwa eine halbe Stunde bis ins Zentrum. Das Tolle ist, dass in der Stadt vor den Geschäften etwa alle 100 Meter eine große Box steht, aus der mexikanische Musik kommt. Das ist echt cool, denn das macht eine tolle Atmosphäre. Auch hier kostet alles sehr wenig, eine Flasche Mountain Dew kostet 7 MXN. Leider sind die Buchhandlungen nicht so gut ausgestattet wie in Deutschland. Es gibt zwar auch eine Buchhandlung auf dem Campus, aber wir haben festgestellt, dass die Bücher auch dort ziemlich schnell ausverkauft sind und u. U. die Bücher auch gar nicht mehr nachbestellt werden. Sarina und ich haben uns jetzt ein paar Second Hand-Bücher bei BetterWorldBooks bestellt: Die Erlöse werden gespendet und mit Versand kosten unsere 4 Bücher nur 33 US$.
Der Campus der Uni ist richtig cool. Es gibt draußen überall schattige Sitzgelegenheiten, überall gibt es natürlich Steckdosen und regnen tuts hier sowieso nie. Auf dem Campus gibt es einen kostenlosen Arzt, zwei Banken, Starbucks, Subway und viele andere Restaurants (Pizza, Burger…), außerdem Studentenwohnheime, die auch für deutsche Verhältnisse ziemlich teuer sind, etwa 400 € pro Monat. Um auf den Campus zu kommen, muss man seinen Studentenausweis vorzeigen oder einfach mit dem Taxi reinfahren, dann wird man nicht danach gefragt
Da die UdeM (Universidad de Monterrey) eine ziemlich teure Privatuni ist, fährt hier aber jeder sein eigenes Auto. Die Parkplätze sind voll mit Mercedes oder Jeeps. Unser Weg zur Uni ist zwar ziemlich kurz, führt allerdings über eine 4-spurige Straße, und da die Mexikaner sich eh nicht um die Straßenverkehrsordnung scheren (und außerdem auch nicht überall Fahrbahnbegrenzungen aufgemalt sind), können hier auch mal 5 oder 6 Autos nebeneinander fahren. Straßenschilder werden sowieso überbewertet, aus 30 km/h werden schnell mal 80 und funktionierende Tachos oder Sicherheitsgurte sind in Taxis auch nicht die Regel. Also liebe Eltern und Matze: Bitte keinen Mietwagen nehmen, ihr werdet damit keinen Spaß haben.
Nächstes Wochenende nehmen Sarina und ich an einem Ausflug nach Xilitla teil, der von der Uni für die Austauschstudenten organisiert wird, davon werde ich euch dann auch bald noch was erzählen!
So, genug für heute. Ich muss noch ein paar „tareas“, also Hausaufgaben, für die kommende Woche machen, denn anders als in Deutschland besteht hier Anwesenheitspflicht und wir müssen jede Stunde was Schriftliches einreichen.
¡Muchos saludos desde México!
PS: Hinterlasst mir doch bitte Kommentare, dazu einfach unter meinem Text auf “Kommentare” klicken. ¡Muchas gracias!
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